Alles im Fluss

Axel Ruoff, Ecclesiastes – Koheletgesänge (Uraufführung, Kompositionsauftrag Lichte Stille)

Seit 2006 ist die Kirche St. Bonifatius in Remscheid stillgelegt, es finden dort keine Gottesdienste mehr statt. Vor einigen Jahren wurde die Orgel verkauft — die Gefahr, dass das Instrument in dem nicht mehr genutzten Kirchenraum beschädigt wird, war zu groß.

Mittlerweile erobert sich die Natur vor der Kirche ihren Raum zurück. Büsche und Sträucher wachsen über die Wege — sogar kleine Bäume haben sich vor den Eingangstüren selbst gepflanzt und von der Straße ist eigentlich nur noch der Glockenturm sichtbar.

Für diese besondere Atmosphäre haben Ursula Wilhelm und Dieter Leibold eine Komposition bei Axel Ruoff in Auftrag gegeben: Musik mit Texten aus dem Buch Kohelet/Ecclesiastes (Altes Testament) soll in einem Kirchenraum gespielt werden, der die Themen „Vergänglichkeit“ und „neu Entstehen“ sehr direkt spürbar macht.

Kirchenräume werden gebaut und manchmal später auch anderen Bestimmungen übergeben. Eine Überzeugung, die heute aktuell ist, kann morgen schon überholt sein und neu gedacht werden. Das Wesentliche unseres Glaubens aber bleibt bestehen. Und darum geht es! Jede Zeit hat sogar die Verpflichtung, ihren Glauben und alles, was damit zusammenhängt, neu zu „übersetzen“: Kirchenräume, liturgische Formen, Gebete, Musik… Axel Ruoff hat mit diesen Ideen ein eindrückliches Werk geschaffen.

Zu Beginn des Konzertes sind alle Besucher eingeladen, den Raum zu erkunden — hörend, in Aktion und Reaktion, auch mit eigenen Klängen, Worten, Lauten.

Alles verändert sich, alles ist im Fluss. Fließend ist auch der Übergang zum „eigentlichen“ Konzert, in dessen Mittelpunkt die Auftragskomposition von Axel Ruoff steht.

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