Nunc dimittis

Nächtliches Gebet – Neue und Alte Musik verschmelzen zu einem Klangraum

Nunc dimittis gehört zur Komplet, zum Nachtgebet. Der Tag ist vollendet, mit dem Eintreten in die Nacht ändert sich die Wahrnehmung von Zeit, öffnet sich das Bewusstsein neu. Die Dinge erhalten ein anderes Licht. Grenzen werden überschritten, lösen sich auf.

So thematisieren alle Stücke des heutigen Konzerts die Weite des Himmels und das Urvertrauen in die Güte und die Kraft Gottes. Das Trio entwirft Klangräume, die wie ein großer Moment den Zustand des Gehens in der nächtlichen Stille und die Weite des Himmels beschreiben. In den Improvisationen gerät das Metrum immer wieder in den Hintergrund, sodass schwebende Klänge den Raum erfüllen – die Gesetze der Zeit scheinen aufgehoben.

Unterstützt wird diese Wahrnehmung durch das Verschwimmen der Klänge im Raum. Wenn sich die Musiker an unterschiedlichen Orten der Kirche aufstellen, entstehen neue Klangfarben und Mischungen, die auch die Grenzen des Raumes aufzuheben scheinen.

Alle Instrumentalstücke sind Improvisationen – nach vorher abgesprochenen Klangkonzepten entsteht die Musik aus dem Moment heraus. Diese Art des Musizierens schafft eine besondere Art der Aufmerksamkeit, die auch für das Publikum erlebbar ist. Zum Abschluss erklingt ein Lied aus Taizée. Das Publikum singt gemeinsam mit den Solisten, die Kirche wird durch die unterschiedliche Positionierung zu einem großen Klangraum.

 

Programm

Improvisation über:
Anonymus (aus dem Llibre Vermell 15. Jahrh.), Nebra / O Virgo splendens für Flöte, Live-Elektronik, Perkussion und Orgel

Weiter Raum – Improvisation für Flöte, Live-Elektronik, Perkussion und Orgel
Zu Psalm 19,2-5 (Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. Ein Tag sagt’s dem anderen, und eine Nacht tut’s kund der anderen, ohne Sprache und ohne Worte)

Kai Angermann/Karola Pasquay/Uwe Fischer-Rosier, 5 Gesänge den Engeln gewidmet – Werkkomplex für Flöte, Stimme, Crotales, Perkussion, Live-Elektronik, Orgel und (improvisierenden) Chor unter der Verwendung eines Fragmentes aus der Kantate, „Den Todt niemand zwingen kunnt“ von J. S. Bach sowie „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy

  1. Der Engel und die Nacht
  2. Der Engel und der Stein
  3. In der Luft die Engel
  4. Der Tanz des Engels
  5. Ort Sein

John Cage (1912-1992), In a landscape, für Orgel solo

Jaques Berthier (1923-1994), Nunc dimittis, Taizé-Gesang mit Publikum, Stimmen und Instrumenten

 

Konzertplakat (pdf)