Liturgie trifft Tanz

Ökumenisches Chorkonzert
Palmeri, Misa a Buenos Aires | Reulein, Te Deum (UA)

Liturgie und Tanz – sind das tatsächlich zwei verschieden Welten? Vom Tanzen zum Lobe Gottes ist in der Bibel mehrfach die Rede. In einigen Psalmen wird regelrecht zum Reigen(tanz) aufgefordert, die Prophetin Mirjam dankte Gott singend und tanzend für die Rettung am Schilfmeer und König David tanzte sogar vor der Bundeslade, dem Allerheiligsten. In all diesen Darstellungen findet der Tanz nicht nur zum eignen Vergnügen statt, sondern er ist liturgische Handlung, gleichwertig dem gesungenen oder gesprochenen Wort, welches das Lob Gottes verkündet.

Kernstück des heutigen Programms ist die Misa a Buenos Aires von Martín Palmeri. Der argentinische Komponist hüllt den jahrhundertealten, lateinischen Messtext in das Gewand des Tango Nuevo mit seinen markanten Rhythmen und seinem unverkennbaren Klangkolorit, der vor allem durch das Bandoneon geprägt wird. Auch wenn die Misatango ihrem Namen durchaus gerecht wird, so schimmern doch immer wieder Elemente der traditionellen europäischen Messvertonungen durch, besonders deutlich in den fugenartigen Teilen, wie im Kyrie oder im Agnus dei. So entsteht eine einmalige Synthese aus europäischen Traditionen mit den emotionalen, mitreißenden Klängen des argentinischen Tango.

Einen ähnlichen Weg der Verbindung südamerikanischer und europäischer Musik beschreitet der Brasilianer Heitor Villa-Lobos. Seine neun Bachianas Brasileiras verschmelzen brasilianische Melodien und Rhythmen mit der kontrapunktischen Kunstfertigkeit der Musik Johann Sebastian Bachs.

Und auch der Frankfurter Komponist Peter Reulein lässt in seinem Te Deum die Klänge tanzen. Zu afrokubanischen (Habanera) und mexikanischen (Huapango) Rhythmen erklingt das Lob Gottes.

Ein Tango-Tanzpaar sorgt dafür, dass die Klänge des Konzertes auch tatsächlich zu Bewegungen werden. Darüber hinaus sind Sie als Publikum eingeladen, an ausgewählten Stellen die Musik nicht nur im Sitzen, sondern auch in der Bewegung zu genießen und so körperlich eins mit dem Klang zu werden.

Programm (pdf)

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